Nachrufe
Gedenken an verstorbene Mitglieder

 

Dr. Michael Martin (*1960)

Am Samstag, den 18. Juni 2022 ist unser Kollege Michael Martin verstorben.

Michael Martin wurde am 7. Dezember 1960 in Bochum geboren. Ebenda an der Ruhr-Universität studierte er zunächst Germanistik, Niederlandistik und Geschichte, um sich dann im Bereich der Wirtschafts- und Technikgeschichte zu spezialisieren. Seine Magisterarbeit widmete er der „Position von Betriebsräten in der Weimarer Republik im Spiegel der juristischen Debatte“.

Nach Abschluss des Studiums war er bis ins Jahr 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Projekten am Institut für Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität und bei der Stiftung Museum Schloß Moyland tätig, wo er unter anderem die „Wissenschaftliche Edition des Anholter Kräuterbuches“ und verschiedene Ausstellungsprojekte betreute. 2001 wurde er mit seiner Arbeit zum „Arbeiterschutz und Arbeitsmedizin im Ruhrbergbau 1865-1914“ zum Dr. phil. promoviert.

Ab 2005 wirkte er zunächst an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dann an der Universität Ulm und bis zuletzt an den Universitäten Köln und Düsseldorf an den jeweiligen Instituten für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin in Projekten zur Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Neben der Entwicklung medizinischer Konzepte und Begriffe im Wechselspiel zwischen Theorie, Praxis und Technik standen die Darstellung als Problem und Promotor medizinischer Erkenntnis und bis zuletzt die Neurologie im Nationalsozialismus im Zentrum seiner Arbeiten.

Michael Martins großes Verdienst ist es, in seinen Arbeiten konsequent die Technikgeschichte und die Medizingeschichte in eine fruchtbare Beziehung gesetzt zu haben. So konnte er in Vorträgen, Aufsätzen und Büchern sein Publikum begeistern für die Geschichte des Zählens, Messens und Abbildens in der Medizin oder auch die Entwicklung medizintechnischer Verfahren zwischen Kritik, Begeisterung und popkultureller Repräsentation. Nicht zuletzt engagierte er sich in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Seine letzten gerade korrigierten Druckfahnen befassten sich hier mit der Verfolgung und Vertreibung von Neurologinnen und Neurologen.

Michael Martin war ein großartiger, langjähriger Freund und ein sehr geschätzter Kollege. Wer ihn kennenlernen durfte, erinnert ihn als liebenswerten, besonnenen, klugen, bodenständigen, optimistischen und humorvollen Menschen. Missgunst war ihm fremd, bei Misserfolgen machte er Mut, bei Erfolgen sorgte er für Bodenhaftung. Daran und an viele schöne Erlebnisse mit ihm werden sich die Kolleginnen und Kollegen, die ihn kannten, immer wieder erinnern.

Wir werden ihn in jeder Hinsicht vermissen und trauern um ihn mit seiner Familie.

 

 

Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart (*1952)

Am 16. August 2021 verstarb Wolfgang U. Eckart.
Nachruf des Fachverbands Medizingeschichte von Prof. Maike Rotzoll und Prof. Philipp Osten
, August 2021,
Nachruf von Prof. Robert Jütte
 [Collage aus FAZ zusammenstellt, hier], August 2021,

Nachrufe von Dr. Werner Bartens (SZ) und Prof. Philipp Osten (SWR2), August 2021,

Nachruf von Dr. Marion Hulverscheidt und Prof. Dr. Birgit Nemec (Dr. med. Mabuse – Zeitschrift für
alle Gesundheitsberufe)
, September 2021,

Nachruf von Prof. Robert Jütte (Deutsches Ärzteblatt), September 2021.

Prof. Dr. Gerrit Hohendorf (*1963)

Am 12. Juli 2021 verstarb Gerrit Hohendorf. Nachrufe von Freunden und FachkollegInnen, Juli 2021,

Nachruf des Fachverbands Medizingeschichte von Prof. Maike Rotzoll und Prof. Volker Roelcke, Oktober 2021.

Prof. Dr. Dr. Udo Benzenhöfer (*1957)

Am 5. März 2021 verstarb Udo Benzenhöfer. Nachruf von Dr. Gisela Hack-Molitor, März 2021,

Nachruf von Prof. Heinz Schott (Hessisches Ärzteblatt), Mai 2021,

Nachruf von Prof. Heinz Schott und Prof. Dietrich von Engelhardt sowie einführende Notiz der Redaktion (Mitteilungen der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft), Oktober 2021.

Prof. Dr. Eduard Seidler (*1929)

​Am 7. Dezember 2020 verstarb Eduard Seidler. Nachruf von Prof. Karl-Heinz Leven, Dezember 2020.

Prof. Dr. Gerhard Baader (*1928)

Am 14. Juni 2020 verstarb Gerhard Baader.

Ende der 60er Jahre kam der Philologe Gerhard Baader an das Berliner Institut für Medizingeschichte. Er sollte Medizinstudenten die ärztliche Fachsprache beibringen und dem vom ehemaligen Truppenarzt Heinz Görke geleiteten Institut ein wissenschaftliches Profil verleihen. Seine Arbeiten über medizinische Texte von der Antike bis in die Frühe Neuzeit verliehen ihm hohe Anerkennung unter HistorikerInnen. Auf dem Gesundheitstag 1980 forderte Baader, der als Kind einer jüdischen Mutter im Wien der NS-Zeit hatte Zwangsarbeit leisten müssen, eine aktive Auseinandersetzung mit der Medizin im Nationalsozialismus.
In den folgenden Jahren bildete sich um Ihnen eine große Gruppe von DoktorandInnen. Er förderte die Sozial- und Patientengeschichte, die Geschichte der Pflege und die kritische Wissenschaftsgeschichte. Seinen SchülerInnen blieb er
lebenslang ein Ratgeber. Mehrere Generationen von WissenschaftlerInnen hat er für sein Fach begeistert. An den Sitzungen des Fachverbands Medizingeschichte und an vielen Tagungen nahm er bis zuletzt aktiv teil.
Gerhard Baader hat sein Fach grundlegend verändert. Am Sonntag, den 14. Juni ist er in Berlin gestorben.

Medizinhistoriker und Aktivist Gerhard Baader gestorben, Nachruf in DER STANDARD, Juni 2020.

Dr. Sylvelyn Hähner-Rombach (*1959)

​Sylvelyn Hähner-Rombach verstarb am 6. Januar 2019. Nachruf von Prof. Robert Jütte und Prof. Martin Dinges.
Nachruf von Prof. Karen Nolte.

Prof. Dr. Dr. Rolf Winau (*1937)

Am 15. Juli 2006 verstarb Rolf Winau. Nachruf von Prof. Volker Hess, Oktober 2006.